43. Welchen Sinn hat das Leid?

Foto di Gloria Williams da Pixabay

Seit Monaten wurde ich von Ängsten geplagt. Zweifel, Schuldgefühle, Mutlosigkeit. Ich versuchte zu widerstehen, indem ich kleine Glaubensschritte setzte. Aber es war schwierig und ich mußte sie ständig von neuem setzen. Als ich mich einmal bei Gott wegen meiner Ängste beklagte, kam mir plötzlich der Gedanke, daß es besser wäre, sie ihm aufzuopfern, um Seelen zu retten, anstatt um mich selbst zu kreisen und nur zu klagen.

Das war leicht. Ich mußte es nur probieren. Das habe ich getan und es klappte wunderbar. Jedesmal, wenn ein Schuldgefühl, ein Zweifel aufkam, sagte ich einfach: „Herr, ich opfere es dir auf zum Heil der Seelen “, und fast auf der Stelle verschwanden Schuldgefühle und Zweifel.

Durch diese Erfahrung gestärkt, versuchte ich dasselbe auf Versuchungen anzuwenden oder auf Traurigkeit und auf Demütigungen, wenn ich mich einmal blamiert hatte. Ja, es hatte dieselbe Wirkung. Hatte ich meistens kaum gesagt: „Gott, ich opfere dir diese Versuchung oder Demütigung auf, die ich wegen jener Sünde empfinde“, spürte.Friedrich

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Ich persönlich sage zum Herrn nicht: „Ich opfere dir mein Leiden auf“. Ich sage nichts, sondern ich verbinde mich mit ihm, ich vereinige mich mit dem Liebesopfer Christi am Kreuz. Er hat die Liebe aufgeopfert, nicht das Leiden. Der Ausdruck „seine Leiden aufopfern“ ist nicht besonders glücklich und kann für einen Christen nur eines bedeuten: Die Leiden in Liebe umwandeln, den Schmerzensschrei zum Liebesschrei machen, aus all dem Leben des Schmerzes ein Leben der Liebe zu machen.
Die Liebe opfert man auf und verschenkt sie. Wenn das Leid kommt, in welcher Form auch immer, vor allem wenn es in Form der Todesangst kommt, dann schaue ich auf das Kreuz und habe nichts anderes zu sagen als: „Ich will mich mit dir vereinigen. Ich weiß, daß du mich liebst. Ich weiß, daß du mich nicht im Stich läßt. Gib mir die Kraft, daß ich die Prüfung trage und ich das Vertrauen zu dir bewahre.”

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Kardinal Decourtay, Bischof von Lyon
nach einer Krebskrankheit

Auszug aus dem Buch „22 Gespräche mit Kardinal
Decourtay” von Andre Seve, Centu

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40. Warum soll ich leben, wenn mich keiner gefragt hat, ob ich geboren werden wollte?

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